Drehorte von Game of Thrones: Eine Reise durch Europa

Warum Game of Thrones-Reisen so besonders sind

Filmtourismus hat viele Gesichter – aber kaum eine Serie hat Reisende so nachhaltig bewegt wie Game of Thrones. Was die Drehorte dieser Produktion von anderen unterscheidet: Sie sind keine Studiokulissen, sondern echte Orte mit Geschichte, Atmosphäre und eigenem Charakter.

Wer durch die Gassen von Dubrovnik läuft oder auf Islands Gletschern steht, erlebt nicht nur Westeros – er entdeckt Europa in seiner ganzen geografischen Vielfalt. Kroatien, Nordirland, Island, Spanien, Malta und Schottland bilden zusammen ein Mosaik, das die fiktive Welt der Sieben Königslande erst glaubwürdig gemacht hat.

Für Fans ist diese Reise eine emotionale Verbindung zur Serie. Für alle anderen ist sie schlicht eine der abwechslungsreichsten Europareisen, die man sich vorstellen kann.

Kroatien: Dubrovnik als Königsmund erleben

Dubrovnik ist der bekannteste Game of Thrones-Drehort weltweit – die Altstadt diente als Kulisse für Königsmund, den Herrschersitz der Sieben Königslande. Wer die Stadtmauern entlangläuft, erkennt sofort die Treppen, Türme und Gassen aus der Serie wieder.

Der Rundgang auf den mittelalterlichen Mauern ist Pflicht. Von hier aus sieht man die Dächer der Altstadt aus derselben Perspektive, aus der Cersei Lennister einst auf ihre Stadt blickte. Der Fort Lovrijenac – eine Festung auf einem Felsen direkt am Meer – diente als Rotturm, der Sitz des Roten Bergfrieds.

Die Lokrum-Insel, per Fähre in wenigen Minuten erreichbar, war Schauplatz der Szenen in Qarth. Dort gibt es heute sogar einen Eisernen Thron als Fotospot. Wer tiefer in die Materie eintauchen möchte, findet in der Stadt mehrere spezialisierte Führungen, die gezielt zu den wichtigsten Drehorten führen.

Ein Hinweis für die Planung: Dubrovnik ist in den Sommermonaten stark überlaufen. Frühling und Herbst bieten angenehmere Bedingungen – weniger Touristengruppen, mildere Temperaturen, besseres Licht für Fotos.

Nordirland: Das Herz von Westeros

Nordirland trägt den größten Anteil an den europäischen Game of Thrones-Drehorten – von der Königsstraße bis zu Winterfell. Wer nur ein Land für diese Reise wählen könnte, wäre hier am besten aufgehoben.

Die Dark Hedges bei Armoy sind vielleicht das ikonischste Bild der Serie außerhalb Dubrovniks: eine geschwungene Allee aus alten Buchen, deren Äste sich wie ein Tunnel über der Straße wölben. In der Serie war dies die Königsstraße, auf der Arya Stark floh. Heute ist der Ort auch ohne Serienkenntnis atemberaubend schön.

Castle Ward in der Grafschaft Down diente als Winterfell, der Sitz der Starks. Das Anwesen aus dem 18. Jahrhundert liegt inmitten einer weitläufigen Parklandschaft am Strangford Lough. Hier kann man sogar Bogenschießen ausprobieren – in Kostümen aus der Serie.

Der Ballintoy Harbour an der Nordküste verkörperte die Eiseninseln, Heimat von Theon Graufreud. Der kleine Fischerhafen mit seinen dunklen Felsen und dem dramatischen Atlantik dahinter braucht keine Serienreferenz, um zu beeindrucken.

Wer die nordirische Küste entlangfährt, kann viele dieser Orte in einer Rundreise kombinieren – die Causeway Coastal Route verbindet sie auf natürliche Weise.

Island: Die eisige Welt jenseits der Mauer

Islands Landschaft ist in der Serie das Reich jenseits der Mauer – und kaum ein anderer Ort Europas hätte diese unwirkliche, bedrohliche Schönheit so überzeugend darstellen können. Vulkankrater, Gletscher, Lavafelder und dampfende Geysire schufen die Kulisse für die Wildlinge und die Weißen Wanderer.

Der Vatnajökull-Gletscher, der größte Europas, war Drehort für mehrere Szenen jenseits der Mauer. Gletscherwanderungen sind dort regulär buchbar – ein Erlebnis, das auch ohne Serienkontext auf jede Bucket List gehört. Der Mývatn-See im Norden der Insel, umgeben von Lavaformationen und Geothermalquellen, diente als Schauplatz für die Szenen mit den Wildlingen.

Island hat den Vorteil, dass die Drehorte in eine ohnehin außergewöhnliche Reise eingebettet sind. Wer den Golden Circle, die Südküste und den Norden bereist, streift automatisch an Game of Thrones-Kulissen vorbei. Die beste Reisezeit für Gletscher und Landschaft liegt zwischen Juni und September – im Winter sind manche Straßen gesperrt.

Spanien: Dorne und die Sonnenlande

Spanien lieferte der Serie die Wärme und Opulenz, die Kroatien und Nordirland nicht bieten konnten. Dorne, das südlichste der Sieben Königslande, wurde in Andalusien gedreht – und der Kontrast zu den nordischen Schauplätzen ist spürbar.

Der Alcázar von Sevilla, ein maurischer Königspalast aus dem 14. Jahrhundert, verkörperte die Wassergärten von Dorne. Die verschlungenen Gärten, Kachelmosaike und Springbrunnen des Palastes sind auch für Nicht-Fans ein Highlight – und gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe. Besuche sollten frühzeitig gebucht werden, da die Eintrittskarten oft Wochen im Voraus ausverkauft sind.

Die antike Stadt Osuna, rund 90 Kilometer östlich von Sevilla, beherbergte die Kampfarena, in der Daenerys Targaryen ihre Drachen vorführte. Das römische Amphitheater der Stadt passte perfekt zur Szenerie von Meereen. Osuna selbst ist ein ruhiges Städtchen mit schöner Altstadt – weniger touristisch als Sevilla, aber lohnenswert.

Malta: Die vergessenen frühen Drehorte

Malta spielte in den ersten Staffeln von Game of Thrones eine zentrale Rolle, wird heute aber oft übersehen. Die Insel diente als Kulisse für Pentos und die frühen Szenen in Königsmund, bevor die Produktion nach Dubrovnik wechselte.

Das Azure Window auf der Nachbarinsel Gozo war Schauplatz der Hochzeit von Daenerys und Khal Drogo – ein natürlicher Felsbogen direkt am Meer. Im März 2017 ist das Fenster nach einem Sturm ins Meer gestürzt und existiert nicht mehr. Was bleibt, ist ein offenes Meer, das an sich schon beeindruckend ist, und die Erinnerung an eine der stärksten Szenen der ersten Staffel.

Die Altstadt von Mdina, Maltas frühere Hauptstadt, diente als Königsmund der ersten Staffel. Die engen Gassen und hohen Mauern dieser "Silent City" haben eine ganz eigene Qualität – ruhig, fast mittelalterlich, kaum verändert seit Jahrhunderten. Malta lohnt sich als Reiseziel auch abseits der Serienreferenzen: Geschichte, Küste und Küche der Insel sind erstklassig.

Tipps für die perfekte Game of Thrones-Reiseroute

Eine durchdachte Reiseroute spart Zeit und macht den Unterschied zwischen einer guten und einer unvergesslichen Reise. Die Game of Thrones-Drehorte liegen über ganz Europa verteilt – eine sinnvolle Reihenfolge hilft, Flugkosten und Reisezeit zu optimieren.

Empfohlene Reihenfolge für einen Europa-Road-Trip:

  • Nordirland als Einstieg – viele Drehorte auf engem Raum, gut mit Mietwagen erkundbar
  • Island als eigenständige Etappe – am besten eine Woche einplanen
  • Kroatien im Frühling oder Herbst – Dubrovnik vor der Hochsaison besuchen
  • Spanien kombiniert mit Malta – Sevilla, Osuna und dann per Flug nach Malta

Wer nicht alle Länder auf einmal bereisen kann, sollte mit Nordirland beginnen. Die Dichte der Drehorte ist dort am höchsten, die Infrastruktur für Filmtourismus gut ausgebaut, und die Landschaft spricht für sich.

Für die Reisezeit gilt: Frühling (April–Mai) und Herbst (September–Oktober) sind fast überall die beste Wahl. Sommer bedeutet in Dubrovnik und auf Malta volle Strände und lange Warteschlangen. Island ist im Sommer am zugänglichsten, aber auch am teuersten.

Viele Anbieter in Nordirland und Kroatien haben sich auf Game of Thrones-Touren spezialisiert. Diese Führungen bringen Fans nicht nur zu den bekannten Spots, sondern auch zu weniger offensichtlichen Drehorten, die man alleine kaum finden würde. Ein halber Tag auf einer solchen Tour kann den Aufenthalt erheblich bereichern.

Häufige Fragen zu Game of Thrones-Drehorten

Welcher Drehort ist für Game of Thrones-Fans am wichtigsten?

Dubrovnik gilt unter Fans als der bedeutendste Einzeldrehort – die Verbindung zur Kulisse von Königsmund ist unmittelbar und emotional stark. Wer jedoch die Breite der Serie erleben möchte, kommt an Nordirland nicht vorbei, das die meisten verschiedenen Schauplätze vereint.

Kann man Dubrovnik als Tagesausflug besuchen oder braucht man mehrere Tage?

Für einen ersten Eindruck reicht ein Tag – aber zwei bis drei Tage erlauben es, die Stadtmauern in Ruhe zu erkunden, die Lokrum-Insel zu besuchen und auch abseits der Touristenströme in die Stadt einzutauchen. Wer die Umgebung (Konavle, Pelješac) einbeziehen möchte, sollte mehr Zeit einplanen.

Gibt es offizielle Game of Thrones-Touren in Nordirland?

Ja. Tourism Northern Ireland unterstützt verschiedene zertifizierte Tourenanbieter, die spezialisierte Game of Thrones-Erlebnisse anbieten – von Halbtagstouren zu den Dark Hedges bis zu mehrtägigen Rundreisen entlang der Causeway Coastal Route. Buchungen sind direkt über die Anbieter oder Reiseplattformen möglich.

Welche Drehorte sind für Familien mit Kindern besonders geeignet?

Castle Ward in Nordirland ist ideal für Familien: weitläufiges Gelände, Bogenschießen, Kostüme zum Anprobieren und eine zugängliche Natur. Auch die Altstadt von Dubrovnik ist gut zu Fuß erkunden – die Stadtmauern begeistern Kinder durch die Aussicht und das Gefühl, eine Festung zu erkunden.

Sind alle Drehorte das ganze Jahr über zugänglich?

Nicht alle. Auf Island sind einige Gletschergebiete und Bergstraßen im Winter gesperrt. Die Dark Hedges sind zwar ganzjährig zugänglich, aber Parkmöglichkeiten sind begrenzt und werden reguliert. Dubrovnik und Malta sind das ganze Jahr geöffnet, wobei der Sommer besonders voll ist. Spanien ist klimatisch fast ganzjährig bereisbar – Sevilla im Juli kann jedoch sehr heiß werden.

{{HOMEPAGE_LINKS}}